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Die komplexesten Zeremonien des tibetischen Buddhismus erstrecken sich über Tage oder sogar Wochen und beinhalten stets auch ein Exorzismus - Ritual, das von dem Großlama der Region vollzogen wird.

Als der Buddhismus nach Tibet gelangte, übernahm er die in diesem abgelegenen Land seit frühesten Zeiten praktizierten magischen Praktiken der einheimischen Bon - Religion. Zu den wichtigsten Fähigkeiten eines Bon - Priesters gehörte es, Menschen oder Orte von Dämonen und bösen Geistern zu befreien. In Anknüpfung an diese uralte Tradition trifft man noch heute auf Exorzisten, die zwar selbst keine Mönche, jedoch an ein Kloster angeschlossen sind. Bei den lha - ka (Mund der Götter), dessen Aufgabe die Vertreibung von Dämonen ist, handelt es sich oft um eine Frau. Ob das Ritual aber von einer Exorzistin aus der näheren Umgebung oder dem Großlama vollzogen wird, hat auf das Prozedere selbst keinen Einfluss. Der Exorzist oder die Exorzistin verwendet die eigenen Energien darauf, mit Hilfe von Beschwörungsformeln, Talismanen und Zauberrezepturen mächtige Geister auf den Plan zu rufen. Die Dämonen werden herbeibefohlen und unter Drohungen in eine Geisterfalle getrieben. Anschließend werden sie, meist durch verbrennen, vernichtet oder an einem sicheren Ort gefangengehalten.

Die Geisterfallen bestehen aus Drähten, die zu bestimmten Mustern geflochten sind. Ein wesentlicher Bestandteil des Exorzismus -Rituals ist die Herstellung einer Verbindung zwischen dieser Vorrichtung und den Teilnehmern mittels einer bunten Schnur, durch die die geistigen Kräfte übertragen werden.

   
© Praxis für geistiges Heilen - Jürgen Pitten