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Unsere Zwillingsbrüder von "Psipara" (Ein intergalaktisches Märchen für Schulmediziner)

 

Weit außerhalb unseres Sonnensystems zieht der Planet Psiparaseine Bahn. Als die bemannte Raumfähre "Explorer X" am 11.November 2222 dort landet, verschlägt es ihrer Besatzung die Sprache: Eine schier unglaubliche, völlig unwahrscheinliche Verkettung sonderbarer Zufälle hatte offenbar dafür gesorgt, dass Psipara sich zum galaktischen Zwilling unserer Erde entwickelte.

Sein Alter, seine Geologie, seine Atmosphäre, seine Klimazonen: all das entspricht weitgehend den Verhältnissen auf unserem Planeten. Auch muss dort ungefähr zur selben Zeit wie auf der Erde eine biologische Evolution eingesetzt haben, die annähernd die gleiche Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren hervorbrachte. Vor allem, und das ist die atemberaubendste Entdeckung, hat diese Evolution in einer Spezies von Lebewesen gegipfelt, die uns Menschen anatomisch so verblüffend gleicht, dass wir Mühe hätten, sie als Außerirdische zu erkennen, falls sie je bei uns landen würden.

Die Besatzung von "Explorer X", darunter mehrere Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen, wird auf Psipara herzlich empfangen. Wie ihr rasch klar wird, scheinen die Bewohner von Psipara uns in ihren kulturellen Errungenschaften regelrecht imitiert zu haben: sei es in ihrer Architektur, ihrer Malerei, ihrer Musik, ihren Kommunikationsmitteln. Ebenso hochentwickelt ist ihr Gesundheitswesen - mit einem einzigen Unterschied: Es wird beherrscht von einer rein energetischen Medizin, die eng verknüpft ist mit einer phantheistischen Weltanschauung. Wenn die Ärzte von Psipara Krankheiten behandeln, vertrauen sie dabei ausschließlich auf eine unsichtbare Energie, die ihrer Ansicht nach den ganzen Kosmos erfüllt, alles Leben durchdringt und erhält. Wesentlicher Bestandteil der ärztlichen Ausbildung ist es deshalb, diese Energie erspüren, aufnehmen und gezielt an Patienten weiterleiten zu lernen, oder auch blockierte Energieströme im Patienten selbst wieder frei fließen zu lassen. Denn jegliche Erkrankung gilt als Folge einer Störung des energetischen Gleichgewichts. Wird dieses hergestellt, so reicht das Selbstheilungspotenzial des Behandelten im Allgemeinen aus, um aus eigener Kraft wieder gesund zu werden. Operiert wird nur in Ausnahmefällen. Denn chirurgische Eingriffe, soweit sie über die Behebung von Unfallfolgen oder angeborener Missbildungen hinausgehen, gelten auf Psipara als Bankrotterklärung ärztlicher Heilkunst. Sie werden erst dann vorgenommen, wenn alle energetischen Maßnahmen, die biologische Selbstregulation zu verbessern, versagt haben." Beuge vor, anstatt zu reparieren", lautet der Leitspruch, der auf Psipara das Hauptportal jedes medizinischen Fakultätsgebäudes ziert.

Ebenso in Verruf stehen synthetische Arzneimittel. Soweit auf Psipara überhaupt Medikamente verabreicht werden, sind sie ausschließlich natürlichen Ursprungs. Denn nur sie, so lautet die vorherrschende Lehrmeinung, können in sich jene Lebensenergie speichern und übertragen, die kranke Körper zur Genesung brauchen. Synthetische Stoffe hingegen gelten als "tot" ; sie können nicht energetisch wirksam sein, also auch nichts zur biologischen Selbstheilung beitragen. Zwar haben vor kurzem einige medizinische Außenseiter damit begonnen, bei bestimmten Krankheitsbildern chemische Substanzen und künstliche Bestrahlung einzusetzen, und das angeblich mit einigem Erfolg - doch diesem Ansatz begegnen die ärztlichen Standesorganisationen von Psipara mit wachsender Sorge, da eine zunehmende Zahl von Patienten im Vertrauen darauf die ganzheitliche energetische Prävention und Therapie von Erkrankungen zu vernachlässigen beginnt. Im Übrigen gilt diese Heilweise als unwissenschaftlich, wird auf keiner Hochschule gelehrt, als "Placebo" abgetan, als esoterisch belächelt, ja sogar strafrechtlich verfolgt. Denn Krankheiten behandeln dürfen, nach dem strengen Heilpraktikergesetz von Psipara, nur approbierte Energetiker nach mehrjährigem Hochschulstudium.

Von diesen Zuständen sind die mitgereisten irdischen Mediziner hellauf entsetzt. Und so nutzen sie jede Gelegenheit, ihre Fachkollegen von Psipara darüber aufzuklären, welche fruchtlosen, ja gefährlichem Aberglauben sie seit Jahrhunderten aufsitzen.

Doch dabei stehen sie auf verlorenen Posten. Können sie die mangelhaften Erfolge der energetischen Schulmedizin auf Psipara anprangern? Immerhin belegen Statistiken, dass unsere galaktischen Antipoden eine vergleichbar hohe Lebenserwartung haben, seltener erkranken und rascher genesen; einige der gefürchteten Zivilisationskrankheiten der Erde, darunter rheumatische Leiden, Herz - Kreislauferkrankungen und Krebs, sind auf Psipara nahezu unbekannt. Könnten unsere Wissenschaftler argumentieren, dass jene angebliche Lebensenergie weder unmittelbar wahrnehmbar noch mit irgendeinem physikalischen Messinstrument nachzuweisen ist? Die Ärzte von Psipara beharren indes darauf, dass sie diese Energie, wenn auch oft erst nach jahrelanger Schulung ihrer sensitiven Fähigkeiten, durchaus sehen und spüren können. Im Übrigen verweisen sie auf ein fotografisches Verfahren, das zu Diagnosezwecken, ebenso wie zur Kontrolle von Therapieverläufen und - Ergebnissen, in keiner Arztpraxis fehlt: Es ähnelt der Kirlian - Technik und macht ihres Erachtens die Energiefelder durchaus messtechnisch greifbar. Können die irdischen Mediziner geltend machen, dass diese Energie nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht ist? Stolz berufen sich die Ärzte von Psipara auf eine jahrhundertlange Tradition von klinischen Doppelblindstudien, in denen die Wirksamkeit dieser Energien signifikant zutage getreten ist. Dagegen lägen über den Einfluss von Außenseitermethoden bislang keinerlei wissenschaftlich ernstzunehmende Ergebnisse vor, betonten sie. "Wie sollten sie auch", ereiferte sich daraufhin ein irdischer Mediziner, solange bei euch Forschungsprojekte mit diesem Beweisziel erst gar nicht anlaufen? Seine Kollegen von Psipara erwiderten kühl:" Wozu sollen wir Forschungskapazitäten für Ansätze vergeuden, von denen wir a priori wissen, dass sie nicht wirken können?

An diesem Punkt der Diskussion angelangt, bleiben den konsternierten irdischen Medizinern nur zwei Einwände übrig. Beide sind pragmatischer Natur. Erstens: Wenn einem kranken Bewohner von Psipara durch verpönte Außenseiterverfahren wie etwa chirurgische Eingriffe, synthetische Drogen und künstliche Bestrahlungen selbst dann noch geholfen werden kann, nachdem alle energetischen Maßnahmen versagt haben - sollte dann nicht nach dem Grundsatz verfahren werde: "Wer heilt, hat recht?"  Und zweitens: Stehen sich die beiden vorherrschenden Medizinsysteme auf Psipara und der Erde - nämlich ein energetisches und ein mechanisch - biochemisches tatsächlich als unvereinbare Gegensätze gegenüber? Könnten sie einander nicht ergänzen?

Manchen Ärzten von Psipara leuchtet das ein. Nur über eines wundern sie sich: " Wieso kann dann nicht auch auf eurem Planeten zusammenfinden, was euch als unvereinbar gilt?"

(Quelle: "Der Heiler 2/97)

 

   
© Praxis für geistiges Heilen - Jürgen Pitten