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Frau Anneliese Fink (Name geändert) war einsam. Sie war nicht befreundet, verliebt, verlobt oder verheiratet. Sie ist jetzt 42 Jahre alt und ehrlich gesagt, hat sie die Hoffnung auf eine Partnerschaft schon lange begraben. Grund hiefür war die Tatsache, dass Anneliese schon seit ihrer Kindheit an der "heiligen Krankheit", der Epilepsie leidet. Wer hat schon gerne eine Freundin, die in aller Öffentlichkeit plötzlich durch einen Anfall im Mittelpunkt der Neugier der Menschen steht. Ausgehen ist stets ein Risiko. Anneliese hat schon früh gelernt, dass es besser ist, zu Hause zu bleiben - in Sicherheit! Seit fast genau einem Jahr aber ist sie nicht mehr ganz allein. Sie hat einen Freund gefunden - einen vierbeinigen Freund. Sein Name ist Oskar und so stolziert er auch durch die Welt. Anneliese bekam Oskar durch ein Tierheim, in dem Oskar abgegeben worden war, weil seine Besitzerin beruflich in das Gebiet der ehemaligen DDR versetzt wurde und dort eine Wohnung fand, in der aber kein Tier erlaubt war. Anneliese hörte von Oskar dem Kater und hat sich spontan entschlossen, ihn zu sich zu nehmen. Und es hatte geklappt. Sie bekam ihn. Schon nach einiger Zeit bemerkte Anneliese, dass Oskar sie ab und zu heftig ansprang. So heftig, dass sie zu Boden geworfen wurde. Dieser Sturz führte dann jedes Mal zu einem epileptischen Anfall. Doch schon bald bemerkte Annelise, dass es wohl einen anderen Zusammenhang gab. Sie registrierte, dass Oskar schon vor ihr einen Anfall wahr nahm und sie deshalb zu Boden warf. Auf dem Boden konnte sie sich nicht so schnell verletzen und der Anfall ging auch schneller vorbei. Heute setzt sich Anneliese sofort auf den Boden, wenn Oskar so stürmisch auf sie zuläuft. Und Oskar ist damit sehr zufrieden. Er lässt sein Frauchen während des Anfalles nicht aus den Augen. Anneliese weiß, dass Oskar den Anfall vorher spürt, egal, wo er sich gerade befindet. Aber woher, das weiß niemand - außer Oskar!

Quelle: Licht-Verlag (CHRISTALL Nr. 1/94)

   
© Praxis für geistiges Heilen - Jürgen Pitten